Station 5: Lage zwischen Zürich/Winterthur und Konstanz

Rundgang Station 5

Wenn Sie hier stehen, sehen Sie Islikon nicht mehr als abgelegenen Ort im Thurgau, sondern als strategischen Knotenpunkt eines internationalen Handelsnetzwerks. Bernhard Greuter belieferte von Islikon aus etwa 3000 Geschäftspartner rund um die Welt.

Islikon liegt zwischen Zürich, Winterthur und Konstanz. Diese Lage war entscheidend: Winterthur war um 1800 das wichtigste Zentrum des Schweizer Baumwollhandels. Rohbaumwolle gelangte über Zürich und Winterthur aus Übersee in die Schweiz, wurde hier in Islikon gefärbt und bedruckt und via Konstanz, Bodensee und Rhein nach Europa und in den Mittelmeerraum weitertransportiert.

Eine zusätzliche Stütze war die Infrastruktur: Bereits 1777 wurde die Landstrasse Zürich–Konstanz gebaut, die über Frauenfeld führte und den Transport von Rohstoffen und fertigen Stoffen erheblich erleichterte. Dank dieser neuen Strasse sowie der Nähe zum Rhein konnte Greuters Fabrik ihre Produkte schnell zu den Häfen in Rotterdam, Marseille oder Bordeaux bringen.

Die Fabrik selbst lag an der alten Strasse Frauenfeld–Winterthur und nutzte den Tägelbach und sieben künstliche Weiher als Energiereservoir.

Mit dem Eisenbahnanschluss von Islikon im Jahr 1855 verbesserte sich die Verkehrslage abermals. Die Kombination aus guter Verkehrsanbindung und eigenem Wasserkraftsystem machte Islikon zu einem logistischen Drehkreuz. So verwundert es nicht, dass der Greuterhof – trotz ländlicher Umgebung – eng in globale Handelsströme eingebunden war und als Tor zwischen der Ostschweiz und den Weltmärkten fungierte.

👉 An der nächsten Station erfahren Sie, wie der Greuterhof heute genutzt wird – als lebendiges Hotel-, Gastronomie- und Seminarzentrum – und wie die Stiftung und der Verein den historischen Betrieb weiterführen.

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